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  • Moldova und… die Krise!: Fahrtbericht März 2009

    Ehrlich gesagt: Wenn es ein Wort gibt, welches ich derzeit nicht mehr hören kann, dann ist es das Wort „Krise“. Aber genau das flog mir schon entgegen, als ich für die Vorbereitung der Fahrt unsere Partner in Moldova angerufen habe: „Und, wie ist die Krise bei Euch in Deutschland?“

    Nun ja, die Finanzkrise und die dadurch ausgelöste Wirtschaftskrise sind nicht zu leugnen. Aber was ist das im Vergleich zu dem, was die Republik Moldau in den letzten 20 Jahren durchgemacht hat? Bei uns ist das Sozialwesen nicht dramatisch zusammengebrochen, und auch wenn immer mehr Deutsche ins Ausland emigrieren, hat das noch nicht moldauische Ausmaße angenommen – dann müssten nämlich schon 20 Millionen Deutsche weg sein!

    Wer jetzt aber denkt, der Republik Moldau ginge es so schlecht, dass dort nicht mehr viel zu verlieren sei, der irrt. Gerade die osteuropäischen Staaten haben unter der Krise zu leiden. So wurden jetzt in der Republik Moldau die kommunalen Budgets für 2009 um 20 % gekürzt.

    Was hat das mit uns zu tun?

     

    Die Armenküche

    Ganz einfach: Unsere Hilfe ist derzeit noch wichtiger als sonst. Sie erinnern sich: Vor einem Jahr haben zusammen mit dem Bürgermeister von Costangalia eine Armenküche eröffnet. Jetzt hat der Bürgermeister zugeben müssen, dass er eben wegen der Budgetkürzung den von ihm zugesagten Anteil zum Betrieb nicht beisteuern kann. Anders ausgedrückt: Die Armenküche muss wieder geschlossen werden, wenn wir nicht auch seinen Teil übernehmen.

    Die Armenküche wurde bisher sehr gut angenommen. Es gibt ja auch genug Menschen, für die ein gutes, kostenloses Mittagessen und die dazugehörenden sozialen Kontakten sehr wichtig sind. Zwar bleibt der ganze organisatorische „Papierkram“ an Mariana, der Frau von Valeriu, hängen, und beide haben mit unserem Kindergarten schon genug zu tun. Aber sie haben uns trotzdem gebeten, die Arbeit weiterführen zu können.

    Auch wir fänden es schade, wenn diese gerade begonnene Hilfe schon wieder eingestellt werden müsste. Auch haben wir für die Armenküche zweckgebundene Spenden erhalten. Und so haben wir beschlossen, dass die Krise nichts mit unserem Optimismus zu tun hat und wir auch in Zukunft auf Spenden hoffen. Wir finanzieren den Betrieb weiter!

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    Der Kindergarten in Tarancuta

    Eine große Freude für uns war es, Geld für einen Sanierungsfall geben zu können: Vor allem durch den Adventsbasar der Evangelischen Paulusgemeinde in Halle kann endlich in den Kindergarten in Tarancuta investiert werden!

    Die Probleme dort sind noch größer, als wir ursprünglich dachten. Wenn man einen Kindergarten betritt, möchte man eigentlich nicht von Schimmel begrüßt werden. Das Gebäude liegt aber an einem Hang, und wenn es regnet, fließt das ganze Wasser an die Wand. So sind die Räume ständig feucht – und verschimmelt.

    Die Lösung ist einfach, wenn das nötige Geld vorhanden ist: Wir finanzieren Regenrinnen und lassen eine Drainage legen. Die vom Schimmel betroffenen Räume erhalten von uns einen neuen Holzfußboden. Gleichzeitig hat der Bürgermeister zugesagt, mit eigenen Finanzen einen wärmeisolierenden Putz auf die Außenwände aufzutragen. Wie schön, wenn dieses Vorhaben krisenresistent wäre…!

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    Das sanierungsbedürftige Kindergartengebäude

    Wir möchten auf diesem Weg allen Spendern den Dank des Bürgermeisters Gheorghe Brinzoi und des ganzen Kindergartenpersonals übermitteln. Und wir sind schon darauf gespannt, wie der Kindergarten bei unserem nächsten Besuch aussehen wird.

     

    Was noch?

    Unser Hauptprojekt bleibt selbstverständlich der Kindergarten in Costangalia, auch wenn er in diesem Rundbrief nicht so umfangreich auftaucht wie sonst. Wir haben wieder eine Teambesprechung gemacht und viel Organisatorisches klären können. Weil die Mitarbeiter wissen wollten, wie ein Kindergarten in Deutschland aussieht, hat unsere Ärztin Dr. Susanne Naundorf einen kleinen Film über einen deutschen Kindergarten gedreht, den wir dann in Costangalia gezeigt haben.

    In Chioselia, einem Nachbardorf von Costangalia, haben wir im letzten Jahr der Schule einen Trinkwasseranschluss finanziert. Jetzt hat uns der Bürgermeister stolz die Kinderwaschbecken und die Spüle in der Küche präsentiert – mit fließendem Wasser!

    Nach wie vor kümmern sich die Krankenschwestern Angela aus Suceava (Rumänien) und Tamara aus Chioselia um bedürftige Patienten. Es ist oft eine stille Arbeit, deren großer Segen für die Kranken nicht so offensichtlich ist wie etwa eine renovierte Krankenstation. Nichtsdestotrotz ist dies für sehr viele Menschen eine enorme Hilfe, und wir sind dankbar, dass die beiden sich diesen Dienst aufbürden. Wir freuen uns jedes Mal, wenn wir ihnen Geld für Medikamente oder dringende Operationen geben können. Und: Diese Mittel werden immer penibel abgerechnet.

    In Chisinau haben wir uns noch zu guten Gesprächen mit der moldauischen Hilfsorganisation Pro Umanitas und mit einer Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft getroffen. Auch haben wir wieder das Kinderkrankenhaus Nr. 1 und das kardiologische Institut besucht.

    Auch als kleine Hilfsorganisation kann man also viel erreichen. Manche mögen es einen hohen Wirkungsgrad nennen; ich nenne es Gottes Segen. Wir danken allen unseren Spendern und bitten auch weiterhin um Ihre Unterstützung. Die nächste Fahrt ist im August.

    Sascha Goretzko