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  • Hoffnung in schwierigen Zeiten: Fahrtbericht März 2008

    Hoffnung in schwierigen Zeiten

    Wie schwer das Leben in der Republik Moldau sein kann, erleben wir immer wieder: Monatelang fiel im letzten Jahr kein Tropfen Wasser auf das kleine, ausgemergelte Land. Lebensmittel müssen seitdem teuer importiert werden – und gleichzeitig haben die vielen Kleinbauern hohe Einkommensausfälle zu verkraften.

    Und auch aus „unserem“ Dorf Costangalia drangen vor der Fahrt schlechte Nachrichten nach Berlin durch. Wegen der miserablen Lebensbedingungen in der Republik Moldau ist eine weitere Mitarbeiterin unseres Kindergartens ins Ausland gegangen, um dort ihr Glück zu suchen.

    Wir – Elke Richter, Alexandru Palcu und ich – erwarten also eine problembeladene Reise. Aber nach langer Fahrt durch Polen und die Ukraine in Costangalia ankommen, sind alle Schwierigkeiten erst einmal vergessen: Die frühlingshafte Sonne hat gerade den harten Winter überwunden, und die Kindergartenkinder können nach langer Zeit wieder im Garten herumtoben. Und nicht nur das: Der „Dorfbastler“ hat endlich die lang erwartete Schaukel und eine Wippe gebaut!

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    Auch die Personalsituation hat sich entspannt. Unsere Erzieherin Larisa, die zeitweilig in Moskau Arbeit gesucht hat, ist zur Freude aller wieder zurück.

    Doch sobald wir uns näher mit den Menschen beschäftigen, ist die Not unübersehbar. Da ist z. B. der fünfjährige Gheorghe aus unserem Kindergarten, das jüngste von drei Gesch

    wistern. Sein Vater ist Anfang Februar gestorben, und nun steht die Mutter mit drei Kindern und einem Berg Schulden alleine da. Als spontane „Nothilfe“ haben wir 100 Euro übergeben.

    Schlimm sieht es auch bei der kleinen Mihaela aus: Die fünf Kinder sind wie so oft alleine zu Hause. Ein ca. zehnjähriger Bruder hackt gerade Brennholz. Das Haus der Familie ist in einem katastrophalen Zustand; die Fenster bestehen aus Plastikfolie. Wir wundern uns, wie man hier leben kann. – Valeriu erzählt, dass die Kinder auch oft Läuse haben. Und trotz dieser unerträglichen Lebensbedingungen sind sie ganz normale Kinder geblieben und spielen fröhlich mit dem abgemagerten Hofhund – eine Idylle mit sehr bitterem Beigeschmack.

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    Gheorge mit Valeriu
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    zu Hause bei Mihaela

    Auch einige Alte haben wir besucht. Sie sind fast immer verarmt – vor allem, wenn sie keine Kinder haben, die sich um sie kümmern. Auch nach einem langen, arbeitsamen Leben hat die Rente manchmal nur symbolische Bedeutung – davon leben kann man nicht. Schlimm war es schon immer in den letzten Jahren, und nun erschweren die gestiegenen Lebensmittelpreise das Leben noch mehr.

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    Zusammen mit dem Bürgermeister wollen wir im Juni eine Armenküche einrichten. Am Anfang wird täglich für zehn Bedürftige gekocht. Denen, die den Speisesaal nicht mehr aus eigener Kraft aufsuchen können, wird das Essen nach Hause gebracht. So bekommen die einsamen Menschen soziale Kontakte und eine ordentliche Mahlzeit.

    Erstmals waren wir auch im Kindergarten von Tarancuta, einem Nachbardorf. Die Verhältnisse dort haben uns schockiert. Von den uralten, durchgelegenen Kinderbetten sind nur noch so wenige erhalten geblieben, dass sich zwei Kinder immer ein Bett teilen müssen. Die Fenster und Türen sind alt und undicht, und in den Spielecken gibt es nicht einmal einen Teppich auf dem kalten Fußboden. Wenigstens ist das Dach noch dicht.

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    Gerne möchten wir die Einrichtung dieses Kindergartens verbessern. Die Liste dessen, was gebraucht wird, ist lang. Selbstverständlich muss sich auch der Bürgermeister an der Finanzierung beteiligen, aber wir haben ja mit eigenen Augen gesehen, dass die kommunalen Mittel nicht ausreichen. Etwa 4.000 Euro werden für neue Betten, Bettwäsche, Matratzen, Teppiche, Tische für die Erzieherinnen, ein Musikinstrument und eine Waschmaschine gebraucht.

    Wir sind dankbar, dass unsere Spender den Betrieb des Kindergartens und jetzt auch die Einrichtung einer Armenküche ermöglichen. Für die Menschen in dem kleinen Dorf Costangalia ist das konkrete Lebenshilfe und auch ein Zeichen, dass sie nicht vergessen sind. Beides ist nötig! Für diese Arbeit bitten wir weiterhin um Spenden und Unterstützung. Vielen Dank!

    Sascha Goretzko