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  • Hilfe für Kinder: Fahrtbericht Oktober 2006

    Kinderkrankenhaus in Chisinau

    Nach längerer Zeit haben wir uns mal wieder mit dem Direktor des Kinderkrankenhauses Nr. 1 in Chisinau, Herrn Dr. Simco getroffen. Leider hat sich die Situation seines Krankenhauses noch nicht wesentlich gebessert.

    Dr. Simco berichtete uns, dass das Geld für Gehälter und medizinische Verbrauchs- gegenstände regelmäßig käme. Aber für Renovierungen oder die Anschaffung von Geräten seien keine Mittel vorhanden. Die oberste Etage kann nach wie vor nicht genutzt werden, weil das Dach undicht ist. Immerhin konnten durch die Unterstützung von Hilfsorganisationen aus Italien und Griechenland zwei Stationen renoviert werden. In ihnen sieht es jetzt hell und sauber aus.

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    Die Außenfassade des Kinderkrankenhauses
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    Arndt Bigl und der Direktor Dr. Sergei Simco

    In einem Fernsehbeitrag Ende 2004 war von dem kleinen Jungen Cristian berichtet worden, der inzwischen gestorben ist. Unheilbare Krankheiten wie bei ihm gibt es auf der ganzen Welt. Wir wünschen dem Kinderkrankenhaus, dass es in Zukunft für die Kinder ein besseres Umfeld bietet, in dem sie sich trotz ihrer Krankheiten halbwegs wohl fühlen können.

    Was können wir tun? Dr. Simco würde sich über einen Austausch mit deutschen Kinderkrankenhäusern freuen. Vielleicht können wir auch medizinische Geräte organisieren, die noch einwandfrei funktionstüchtig sind. Und wir haben ihm 800 Euro übergeben, mit denen er Reagenzien für das Labor gekauft hat. Schließlich hängt viel von einer schnellen Diagnose ab.

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    Auf den Stationen geht es eng zu
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    Im Labor: das von uns finanzierte Mikroskop

    Bei Fragen oder Anregungen zu dem Kinderkrankenhaus können Sie sich an Arndt Bigl wenden, der seit dem letzten Jahr in einem Leipziger Kinderkrankenhaus arbeitet und den Kontakt mit Dr. Simco hält. Seine Telefonnummer: 03 41-3 19 39 29, Email bigl@rumo-hilfe.de.

    Kindergarten Costangalia

    Der eigentliche Arbeitsschwerpunkt war auf der Oktoberfahrt aber unser Kindergarten. Was gibt es da Neues?

    Zunächst gibt es „eine Neue“: Sie heißt Larisa und ist jetzt die Erzieherin der Vorschulgruppe! Wir haben uns sehr über diesen Neuzugang gefreut, weil mit Larisa eine ausgebildete Pädagogin unser Kindergartenteam verstärkt. Und gerade in den abgelegenen Dörfern ist qualifiziertes Fachpersonal selten.

    Natürlich wirbelt so ein Ereignis vieles durcheinander: Wir mussten unter anderem die eingespielte Arbeitsaufteilung aller Mitarbeiter neu regeln. Dabei konnten wir gleich einiges verbessern. Es gibt jetzt z. B. mit Mariana eine Helferin, die für die Wäsche und die Reinigung der gemeinsam genutzten Räume wie Toiletten, Esszimmer etc. verantwortlich ist. Das ist eine Entlastung für die, die mit den Kindern arbeiten.

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    Unser Kindergartenteam
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    Larisa, die neue Erzieherin

    Uns freut diese Entwicklung, weil es für die Kinder bessere Bedingungen im Kindergarten bedeutet. Kinder brauchen viel Zeit, und wir haben auch Kinder, die eigentlich auf eine Sonderschule müssten. Da ist z. B. Dorin, der im Herbst 2006 eingeschult wurde, den die Lehrer aber nach wenigen Wochen in den Kindergarten zurückgeschickt haben. Die nächste Sonderschule ist in Cahul, aber wenn die Eltern eben kein Geld haben und in Costangalia wohnen, kann er nicht in Cahul zur Schule gehen. So bleibt uns nicht weiter übrig, als ihn mit viel Liebe und Geduld wieder in den Vorschulunterricht aufzunehmen.

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    Arndt Bigl untersucht Dorin
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    Die Erzieherin Nina in ihrer Gruppe

    Für 2007 haben wir uns mehreres vorgenommen: Die baulichen Maßnahmen in der zweiten Etage müssen abgeschlossen werden. Derzeit fehlt nur noch das Geländer, und das ist schon in Arbeit. Auf jeden Fall wollen wir noch etwas Geld in die Außenanlagen investieren. Ein Klettergerüst, eine Schaukel, eine Wippe, das wäre was für die Kinder! Auf dem Adventsbasar der Evangelischen Kirchengemeinde Dahlem ist schon dafür gesammelt worden, so dass wir diese Aufgabe endlich angehen können. Über weitere Spenden würden wir uns freuen!

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    Bei schönem Wetter wird draußen gespielt
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    Das Geländer für die zweite Etage ist in Arbeit

    Und schließlich wollen wir die Gehälter erhöhen. Das ist ein Schritt, den wir gehen wollen, weil die Preise in Moldova doch sehr schnell steigen. Wie gesagt – qualifiziertes Personal ist selten, und unsere Mitarbeiter sollen ja von dem, was sie verdienen, leben können. Dass wir eine Erhöhung der Gehälter ins Auge fassen können, ist unseren monatlichen Spendern zu danken. Ohne regelmäßige Geldeingänge müssten wir da sehr zurückhaltend sein! Im Umkehrschluss bedeutet das selbstverständlich, dass noch mehr monatliche Spenden uns noch mehr Planungssicherheit gäben…

    Valeriu und seine Aufgaben
    oder: Zwischen Viehzucht und Krankenstation

    Schon oft haben wir von Valeriu berichtet, ohne den in Costangalia nicht viel passieren würde. Er hat vor Jahren die kleine Baptistengemeinde dort gegründet und dann mit unserer Hilfe die Kinderspeisung begonnen, aus der rasch unser Kindergarten wuchs. Sein Geld verdient er zusammen mit drei seiner Brüder. Das Familienunternehmen besteht mittlerweile aus einer Schweinezucht, mehreren hundert Schafen und einigen Traktoren, mit denen er auch auf entfernten Äckern im Einsatz ist. Im letzen Jahr wurde sein drittes Kind, der Sohn Teofil geboren.

    Wenn etwas in Costangalia erledigt werden muss, sprechen wir nicht mit dem Bürgermeister, dem wir das Wort „Eigeninitiative“ erst mühsam buchstabieren müssten, sondern mit Valeriu. In den letzten beiden Jahren haben wir die Krankenstation in mehreren Etappen saniert: neues Dach, neue Fenster, neue Außenwandverputzung, neue Heizung. Wer hat die Baumaßnahmen organisiert? Natürlich Valeriu!

    Manchmal denke ich, Valeriu merkt gar nicht, welche Bedeutung er für das Dorf hat. Vor einigen Jahren habe ich mich mit dem orthodoxen Priester unterhalten. Er meinte, man könne für das Dorf nichts tun, es sein eben verflucht. Kurz darauf verließ er Costangalia. Der nächste Priester war ein junger, tatkräftiger Mann, der sehr viel Gutes auf die Beine gestellt hat. Aber auch er musste im letzten Jahr Costangalia verlassen; er konnte seine Frau und seine vier Kinder nicht mit den Einnahmen in Costangalia versorgen. In der orthodoxen Kirche gibt es kein Festgehalt, die Priester müssen von dem leben, was sie in der Gemeinde „erwirtschaften“. Und das ist in einem armen Dorf sehr wenig.

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    Valeriu predigt im Gottesdienst
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    Reiche Gaben beim Erntedankfest

    In dieser Situation würden wir uns freuen, wenn Valeriu mehr Zeit für die Baptistengemeinde hätte. Es gibt derzeit in Costangalia keinen anderen geistigen Halt. Deshalb achten wir immer stärker darauf, dass bestimmte Aufgaben, denen Valeriu bisher nachgekommen ist, von anderen Menschen erledigt werden. So hat Valeriu mehr Zeit für seine Gemeinde. Und wenn jemand Kontakte zu Baptisten hat, die sich vorstellen könnten, eine kleine moldauische Gemeinde zu unterstützen: Ich hätte da eine im Angebot, bei der es nötig wäre und für die es sich wirklich lohnen würde!

    Sascha Goretzko