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    Evangelische Moldovahilfe Berlin e.V.
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  • „Warum wollt ihr hier helfen?“ Fahrtbericht August 2009

    Ich bin nun das zweite Mal mit der Evangelischen Moldovahilfe in die Republik Moldau gefahren und wurde mit diesem Satz begrüßt. Damals fiel mir die Antwort schwer, aber ich würde sie heute gern nachreichen:

    Im Sommer 2009 sind wir zum ersten Mal in dem Dorf Leca gewesen. Dort wurden wir zu dem schwer kranken Tudor geführt. Er ist 50 Jahre alt und kann seit 2 Monaten nur noch im Bett liegen. Durch eine Krebserkrankung hat sich Wasser in seinem Bauch angesammelt, und er kann nur schwer atmen. Er war zwar bereits im Krankenhaus, kann sich aber einen weiteren Arztbesuch oder Medikamente nicht leisten. Wir haben nur ein wenig Geld dagelassen.

    Aber als ich heute mit einer Nachbarin aus dem Dorf telefoniert habe, hat sie mir erzählt, dass allein unser Besuch und unser Interesse an Tudor und Leca zu einer Veränderung und einem Umdenken im gesamten Dorf geführt hat. Fast alle Dorfbewohner helfen nun bei der Pflege von Tudor. Sie waschen abwechselnd die Wäsche und kochen für ihn.

    Ich hätte nicht gedacht, was ein wenig Geld und ein Besuch alles verändern können. In der kurzen Zeit, die ich bisher in Moldova war, habe ich viele, sehr engagierte Menschen getroffen. Valeriu und seine Frau Mariana arbeiten beide in Coştangalia für den Kindergarten und die Armenküche. Die beiden Krankenschwestern Angela und Tamara setzen sich für kranke Menschen ein, die sich keinen Arztbesuch oder Medikamente leisten können.

    Obwohl viele junge Menschen ins Ausland flüchten, bleiben sie und versuchen in ihrem Dorf etwas zu verändern. Wenn wir Tamara, Angela, den Bewohnern von Leca und Coştangalia helfen können, die Bedingungen in ihrem Dorf zu verbessern, ist das für mich der beste Grund, weiterhin in die Republik Moldau zu fahren. Auch seit der letzten Fahrt hat sich mit Ihrer Hilfe wieder einiges verändert.

     

    Kindergarten Coştangalia

    Erziehung und Bildung sind im frühen Kindesalter besonders wichtig. Aus diesem Grund möchten wir, dass die Kinder in unserem Kindergarten regelmäßig Musikunterricht erhalten. Dafür haben wir eine Musiklehrerin eingestellt. Doch das Akkordeon des Kindergartens ist mittlerweile sehr alt. Es fehlen sogar ein paar Tasten. Damit die Musiklehrerin den Unterricht fortführen kann, suchen wir nun ein Keyboard. Vielleicht können sie uns dabei helfen. Wenn sie ein altes, gut funktionierendes Keyboard besitzen, dass sie gern unserem Kindergarten spenden wollen, melden sie sich bitte bei uns.

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    Wir wurden von den Erzieherinnen darauf angesprochen, dass viele Kinder abends, nachdem sie aus dem Kindergarten nach Hause kommen, nichts mehr zu essen bekommen. Aus diesem Grund erhalten die Kinder jetzt zusätzlich ein Abendessen in unserem Kindergarten.

     

    Armenküche in Coştangalia

    Trotz der politisch instabilen Lage und der Wirtschaftskrise wird die Armenküche weiterhin vom Bezirk Cantemir unterstützt. Die Hälfte der Kosten übernimmt der Bezirk, die andere Hälfte haben wir uns früher mit dem Rathaus von Coştangalia geteilt. Allerdings musste der Bürgermeister seine Finanzierungszusage aufgrund von Budgetkürzungen wieder zurückziehen.

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    Vor allem die Älteren im Dorf profitieren von der Armenküche. Zurzeit bekommen 10 bedürftige Menschen einmal am Tag ein warmes Essen. Weil wir unseren Finanzierungsanteil erhöhen mussten, konnten wir dieses Angebot bisher leider nicht ausweiten.

     

    Schule in Coştangalia

    Von den Spenden konnten neue Sportgeräte für den Sportunterricht und neue Bücher für die Schulbibliothek gekauft werden. Außerdem werden wir im nächsten Schuljahr einen Teil des Essensgeldes für die Kinder übernehmen, die sich die Schulspeisung nicht leisten können.

     

    Kindergärten in Ţarancuţa und Chioselia

    Im letzten Fahrtbericht haben wir Ihnen von dem Kindergarten in Ţarancuţa erzählt. Da der Kindergarten an einem Hang steht, lief Wasser zur Wand, und die Räume waren von Schimmel befallen. Nun besitzt der Kindergarten einen neuen Zaun mit Sockel, der das Wasser aufhält. Demnächst kann Dank der Spenden, die wir für den Kindergarten erhalten haben, eine Regenrinne gebaut werden und der Fußboden im Gruppenraum erneuert werden.

    In Chioselia, dem größten Dorf der Region, gibt es zwei Kindergärten. Eigentlich verfügt der Bürgermeister nicht über genügend Geld für zwei Kindergärten. Dennoch wäre es schön, wenn beide geöffnet bleiben könnten, da der Weg sonst für viele Kinder zu weit wäre. Im kleineren Kindergarten fehlt es aber an Tischen und Stühlen. Die Matratzen zum Schlafen sind schmutzig und verbraucht. Die Küchenausstattung ist defekt und die Waschmaschine funktioniert nicht mehr. Wir möchten auch hier gern helfen und einen Teil der Kosten für die benötigten Neuanschaffungen übernehmen.

     

    Mehr als nur Hören

    Ein Kind, das nicht hören kann, hat viele Probleme. So kann es zum Beispiel nicht richtig sprechen lernen oder auf eine normale Schule gehen. Wir konnten für einen 9 Jahre alten, hochgradig schwerhörigen Jungen ein Hörgerät kaufen und die notwendigen Arztbesuche stemmen. Solche großen Summen können wir nicht von den „normalen“ Spenden bezahlen. Es war uns nur möglich, weil wir dafür zusätzlich Unterstützung von einigen Spendern erhalten haben. Vielen Dank.

     

    Stipendienprogramm läuft – auch 2010?

    Dank der Hilfe unserer Spender konnten wir in diesem Jahr unser Stipendienprogramm ausbauen und zwei zusätzliche Ausbildungen finanzieren. Neben Eugenia, die im vierten und letzten Jahr ihrer Ausbildung zur Grundschullehrerin ist, konnten dieses Jahr Dorina und Ecaterina ihre Ausbildung zur Friseurin bzw. zur Sozialarbeiterin in der Kreisstadt Cahul beginnen. Dorina und Ecaterina kommen beide aus „unserem“ Dorf Coştangalia und haben die 9. Klasse abgeschlossen. Durch die Unterstützung ist ihre weitere Ausbildung gesichert. Beide können nun das tun, was sie sich gewünscht haben: weiter lernen.

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    Elke Richter und unsere Stipendiatin Ecaterina

    Gern möchten wir mit Ihrer Hilfe auch im nächsten Jahr Jugendlichen diese Chance bieten. Neben unserer Arbeit im Kindergarten kann Hilfe kaum direkter wirken. Sprechen Sie uns an.

    Zum Schluss möchte ich noch ein großes Danke der Kindergärtnerinnen in Ţarancuţa an Sie weiterleiten und mich im Namen aller Mitarbeiter der Evangelischen Moldovahilfe ganz herzlich für ihre Spenden im Jahr 2009 bedanken.

    Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein sehr gutes neues Jahr. Wir hoffen, dass wir mit Ihrer Hilfe auch in den kommenden Jahren unsere Arbeit in der Republik Moldau fortsetzen können!

    Nicole Pfeil