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  • Kranke Leute und gesalzene Maiskolben: Fahrtbericht Juli 2008

    Hallo, ich, Astrid Naundorf, schreibe diesmal den Fahrtbericht. Ich bin jetzt 13 Jahre alt und fahre dass vierte Mal mit nach Moldova.

    FB_2008_07_01Auf dieser Fahrt waren wir zu dritt unterwegs: Susanne Naundorf, Ärztin für Innere Medizin; Ana Palcu, Übersetzerin und Sozialarbeiterin, und ich, Tochter von Susanne.

    Wir waren im Juli und August unterwegs. Es war sehr heiß, und außerdem war gerade Maiszeit. So wie man bei uns als Nachtisch Kuchen oder Obst auf den Tisch stellt, gibt es dort einen großen Topf mit gekochten Maiskolben, aus dem sich jeder gerne und reichlich bedient.

    Fahrten sind für mich sehr interessant, aber teilweise auch bedrückend. Die letzte Fahrt war sehr von Krankenbesuchen geprägt.

    Tamara und Angela, unsere beiden medizinischen Mitarbeiter vor Ort, zeigten uns viele Leute, die finanzielle Unterstützung brauchten oder einfach nur den Rat meiner Mutter als Medizinerin. So viele Leute zu treffen, denen es nicht gut geht, stimmt einen schon ein wenig traurig.

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    Tamara (links) und Angela (rechts)

     

    Die neue Armenküche

    Neu entstanden ist auch die Armenküche in „unserem“ Dorf. Dort werden jeweils zehn arme und meist alte Leute für je drei Monate gespeist. Essenszeit ist zwischen 12 und 13 Uhr.

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    Je zehn arme, alte Menschen können hier kostenlos speisen

    Eine der Frauen wirkt weder alt noch besonders krank, aber als sie aufsteht, merkt man, dass ihre Beine stark geschwollen sind und sie nur mühsam laufen kann. Auf dem Feld kann sie so leider nicht arbeiten.

    Für manche Leute holen auch Nachbarskinder das Essen ab. Zwei andere alte Frauen wurden erwartet, kamen aber nicht. Wo waren sie? – Später wurden sie aus ihren Häusern abgeholt. Sie sind dünn und eben auch schon sehr vergesslich und hatten nicht gemerkt, dass es schon Mittag ist. Am nächsten Tag kamen sie dafür eine Stunde zu früh. Daraufhin beschlossen die Anderen, sie von nun an täglich abzuholen.

    Wir würden die Zahl der zu Speisenden gerne erhöhen, denn der Bedarf ist sehr viel größer. Zur Zeit fehlt aber das Geld.

     

    Unser Kindergarten in Costangalia

    Als wir den Kindergarten besuchten, waren leider gerade Sommerferien. Aber in dieser Zeit wird das Kindergartengelände als Ferienlager genutzt, in dem die Kinder tagsüber ein tolles Programm haben und abends aber wieder nach Hause gehen.

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    Der Kindergarten in Tarancuta

    Im Frühjahr dieses Jahres berichteten wir von einem Kindergarten in dem Nachbardorf Tarancuta (man spricht das Zarankutza aus), wo seit ca. 30 Jahren nichts mehr erneuert werden konnte und die Kinder zu zweit mittags in einem Bett liegen müssen. Jetzt gab es endlich etwas Geld von der Bürgermeisterei, und die Renovierungsarbeiten begannen. Mit dem von uns mitgebrachten Geld werden neue Betten und eine Waschmaschine gekauft. Außerdem hatten wir 40 mal bunte Kinderbettwäsche dabei, eine Spende vom Nachbarschaftsheim Schöneberg in Berlin.

     

    Die Sintflut von Moldova

    Sowohl in er Republik Moldau als auch in Rumänien gab es während der Wochen, in denen wir dort unterwegs waren, sehr starke Gewitter und Regenfälle. Der Prut (Grenzfluss Republik Moldau/Rumänien) trat über das Ufer, und mehrere Dörfer mussten geräumt werden. In manchen dieser Dörfer hatten wir am Tag davor noch Krankenbesuche gemacht. In den Städten waren die Straßen teilweise so mit Wasser überflutet, das die dort parkenden Autos davon schwammen.
    Unglücklicherweise gab es durch die Überschwemmung auch einige Tote. Zum Glück haben wir dies alles aber größtenteils nur im Fernsehen miterlebt. Wenn aber auch nur größtenteils…

    Am Besten bei den Fahrten gefallen mir immer die Höfe auf dem Land mit ihren Feldern, Häuschen und natürlich den vielen Tieren…

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    Astrid Naundorf