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  • Dr. Susanne Naundorf

    Arbeitsschwerpunkt: Medizinische Hilfe

    s_naundorfWie bist Du zur Rumänien- und Moldawienhilfe gekommen?

    Ich bin fast von Anfang an dabei gewesen. Es war 1985, als Andreas Bodemann das erste Mal nach Rumänien fuhr – damals zusammen mit einem ausgewanderten Rumäniendeutschen. Was er da erlebte, wird er sicherlich an dieser Stelle noch berichten. Jedenfalls kam er zurück und brachte das Land und die Not der Menschen in unseren gemeinsamen Jugendkreis. Seitdem sind regelmäßig aus unserem Kreis Fahrten nach Rumänien gegangen. Anfänglich mit Privat-Pkw und als „Touristen“, nach 1989 und dem Fall von Ceausescu mit geringerer Angst vor der Securitate als offizielle Hilfstransporte, bald darauf als „Projekthilfe“.

    Wie waren deine ersten Eindrücke in Rumänien und der Republik Moldau?

    Meine ersten Eindrücke von Rumänien hatten viel mit den Umständen unserer damaligen Fahrten zu tun. Unsere ersten Partner und Gastgeber waren rumäniendeutsche Brüdergemeindler in Siebenbürgen. Für mich die erste Begegnung mit Brüdergemeinden überhaupt (die es natürlich auch in Deutschland gibt, zu denen ich vorher aber keinen Kontakt hatte), und auch meine erste Begegnung mit einer deutschen Minderheit. Auch unterscheidet sich Siebenbürgen durch seine starke deutsche Prägung sehr vom Rest des Landes.

    Da Auslandkontakte damals unter Ceausescu nicht erwünscht waren und die Brüdergemeindler schon wegen ihres gelebten Glaubens leicht Schwierigkeiten mit der Securitate hatten, mussten wir uns bei der Einreise als Touristen ausgegeben. Dann sind wir aber zu unseren Partnern heimlich weitergefahren und haben uns möglichst assimiliert. Unsere Hilfsgüter hatten wir damals reingeschmuggelt. Jeder hatte Unmengen an warmer Kleidung „für den Eigenbedarf“ mitgenommen. Außerdem auch Nahrungsmittel und Bibeln. Mit viel Gebet und Gebetserhörung ging es durch die Grenzen.

    In die Republik Moldau sind wir erst Jahre später gekommen. Es waren unsere rumänischen Freunde, die von ihrem Wenigen etwas Mehl, warme Decken und Kleidung einpackten und ihrerseits die noch ärmeren Gemeinden in Moldawien besuchten. Mein Eindruck von Moldawien: nettes Ländchen, aber sehr klein, kein Zugang zum Meer, keine großen Verkehrswege, kaum Bodenschätze, in sich auch noch gespalten durch verschiedene ethnische Gruppen, die möglichst autark sein wollen (Gagausen, Transnistrier). Zusätzlich ein eher Nebeneinander als Miteinander von rumänischer und russischer Bevölkerung. Bevölkerung auf dem Land: sehr arm, wenig Perspektiven.

    Wie hat diese Arbeit dein Leben hier verändert bzw. beeinflusst?

    Ich bin mir viel mehr bewusst, was alles Luxus ist: der Strom, der immer da ist, die warme Dusche, das Wasserklosett. Wir haben nicht nur Kleidung, sondern die Kleidung, die uns gefällt. Mit 60 Jahren ist man bei uns noch kein Greis, und sieht auch nicht so aus und fühlt sich auch nicht so. Ich empfinde die Unterschiede im Gesundheitswesen besonders deutlich. Bei uns werden immer neuere Medikamente entwickelt, und in der Republik Moldau fehlt es z. B. an Antibiotika.

    Warum machst du mit?

    Weil sich Freundschaften entwickelt haben. Weil ich für unsere Freunde/Partner bete und weiß, dass sie auch für uns beten. Weil ich meine, dass Gott will, dass ich dabei bleibe. (Trotzdem freue ich mich über jeden medizinisch Beleckten, der mitmachen möchte). Wenn unsere Hilfe mal wieder winzig klein erscheint, denke ich an die Erzählungen meiner Eltern und Großeltern über die Care-Pakete. Nur ein Paket, aber sehr viel wert, weil jemand an sie dachte.

    Welche Wünsche und Hoffnungen hast du für Rumänien und die Republik Moldau?

    Die Länder brauchen Perspektiven. Ich wünsche mir, dass sich vermehrt westliche Industrie dort ansiedelt, damit die jungen, fähigen Leute nicht außer Landes gehen. Hoffnung? – Sogar die Berliner Mauer fiel.