
Wir waren dieses Jahr vom 1. bis 8. März in der Republik Moldau. Diese Woche beginnt mit Martisor am 1. März, an dem der Frühlingsanfang gefeiert wird; der Sieg des Frühlings über den Winter, symbolisiert durch die Farben weiß und rot. Es gibt viele Legenden dazu. Man schenkt sich kleine Anstecker aus roten und weißen Schnüren, rote und weiße kleine Anhänger etc., auch wir bekamen in dieser Woche viele Anstecker geschenkt.
Ebenso verhielt sich das Wetter bilderbuchmäßig. Zum 1. März kam die Sonne, die Schneeglöckchen erblühten und es waren nur noch kleine Schneeinseln auf den grünen Wiesen zu sehen.
Von der Freude über den Frühling geht es weiter zum 8.März, dem Frauentag. Ursprünglich ja ein Tag, an dem für die Rechte der Frauen (zum Beispiel dem Frauenwahlrecht) frau auf die Straße ging, ist es hier seit langem ein Tag, an dem den Müttern gedacht und gedankt wird. In Schulen und Kindergärten und auch im Sozialzentrum fanden Feiern statt, zu denen die Mütter geladen sind, die Kinder sagen Gedichte auf, singen machen kleine Aufführungen, es gibt Blumen für die Mütter.


Unser Team im Sozialzentrum hatte Seniorinnen aus dem Dorf eingeladen. In traditioneller Tracht sangen sie Lieder, die von der Liebe zur Mutter handelten. Die Zuhörerinnen hatten Tränen in den Augen und freuten sich über die überreichten Blumen.
Wie ist es mit den Mütterchen und Väterchen, die in die Jahre gekommen sind und im Dorf wohnen?
Kyrill lernten wir als jungen Großvater kennen. Er war höchstens Anfang 50 und zog zusammen mit seiner Frau die Enkelkinder groß. Denn deren Eltern waren zum Arbeiten ins Ausland gegangen. „Die Kinder bleiben bei den älteren Geschwistern und Großeltern zurück“ schrieben wir damals. Die Enkelkinder haben nun eigene Kinder, leben auch schon lange nicht mehr auf dem Dorf, sondern in der Hauptstadt Chisinau oder im Ausland. Kyrill lebt mit seiner nun an Demenz erkrankten Ehefrau weiterhin auf dem Dorf. „ Die Alten bleiben ohne Kinder und Enkelkinder zurück“, könnten wir nun schreiben.
Die Probleme des demographischen Wandels beschleunigen sich, jeder 3. Moldauer wohnt in der Hauptstadt, hier sind die Gehälter, aber auch die Mieten höher, die ländlichen Gebiete überaltern.
Für Kyrill und die Dorfbewohner seiner Generation ist die Zukunft begrenzt. Die Gegenwart ist wichtig und die findet jetzt statt.
Jetzt werden Sozialküchen und persönliche Unterstützungen, wie sie das Team im Sozialzentrum anbietet, gebraucht.
Jetzt brauchen wir Sie und Euch, liebe Mitmenschen, jede finanzielle Unterstützung hilft jetzt.