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  • Sozialzentrum in Costangalia

    Lachen, lernen, spielen, helfen – und das generationenübergreifend: Das ist die Grundidee unseres Sozialzentrums, das wir seit 2013 in Costangalia betreiben.

    Gleich am Anfang unseres Engagements in der Republik Moldau kümmerten wir uns um Kinder aus bedürftigen Familien. Später haben wir auch auf die Not alter Menschen reagiert und eine Armenküche eingerichtet. Mit dem Sozialzentrum bauen wir nun diese Arbeitszweige aus und gehen einen Weg, der in der Republik Moldau eher selten ist: Alles findet unter einem Dach statt.

    Unser Kinderbereich

    Jeden Tag kommen etwa 30 Kinder nach der Schule zu uns. Viele stammen aus ärmeren Familien, aber kommen darf natürlich jeder. Überall ist was los: Unten häkeln und stricken ein Dutzend Mädchen zusammen mit einzelnen wackeren Jungen, es finden Musikkurse statt, und dabei wird auch mal getanzt.

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    Vielfältiges Angebot: unten basteln oder oben Tischtennis und Dame spielen?

    Oben versammeln sich die Kinder um eine Tischtennisplatte oder spielen Mensch ärgere dich nicht oder Dame. Wichtig ist uns auch, dass besonders Kinder aus armen Familien Hilfe bei Hausaufgaben bekommen.

    Es gibt auch zwei internetfähige Computer, die allerdings nur unter Aufsicht und zeitlich befristet benutzt werden dürfen. Damit können wir auch ältere Kinder leicht „ködern“, aber dabei soll es ja nicht bleiben. Wir denken an gelegentliche Filmabende zu bestimmten Themen, nach denen es noch lockere Gesprächsrunden geben kann. Erfolgreich war auch schon ein Theaterprojekt. Die „Schauspieler“ durften nach der Aufführung als Dankeschön eine Reise in die Hauptstadt Chisinau unternehmen.

    Fotos, Videos und kleine Geschichten aus dem Sozialzentrum stellen unsere Mitarbeiter regelmäßig ins Internet. Folgen Sie dem Geschehen unter www.sinigur.blogspot.de (Webseite auf rumänisch).

    Die Armenküche

    In unsere Armenküche laden die Köchin Doriana und die Helferin Ileana jeden Tag 20 Bedürftige ein – meist alleinstehende Rentner, aber auch chronisch kranke, jüngere Dorfbewohner, die nicht arbeitsfähig sind. Auf der offiziellen Liste der Sozialassistentin des Dorfes stehen übrigens 60 Bedürftige. Deshalb gibt es Rotationssystem, damit alle mal von der Armenküche profitieren.

    Wir haben außerdem eine Waschmaschine angeschafft, in der Ileana nun Wäsche dieser Menschen wäscht. Das Angebot wird gut genutzt, alle versichern, dass es eine große Hilfe ist. Nur der Transport der Wäsche nach Hause ist nicht einfach, Ileana erledigt aber auch das.

    Aber beim Mittagessen soll es nicht bleiben. Ein Raum des Sozialzentrums ist als Begegnungsort eingerichtet, in dem es die Möglichkeit für gemeinsame Aktivitäten gibt. Besonders die allein lebenden Älteren freuen sich über soziale Kontakte genauso wie über das Essen.

    Das Sozialzentrum: 1 + 1 = 3

    Essen, spielen, lernen, soziale Kontakte – all das sind Ziele, für die sich der Betrieb unseres Sozialzentrums schon lohnt. Doch wir träumen noch weiter.

    Das gesellschaftliche Klima in der Republik Moldau ist hart. Bei Vielen führt die Perspektivlosigkeit zu Resignation, Alkoholismus oder Gewalt. Wer dennoch voran kommen will, setzt oft die Ellenbogen ein. Da ist es kein Wunder, dass Rücksichtnahme, Nachbarschaftshilfe und gesellschaftlicher Einsatz nicht weit verbreitet sind.

    Ist es nicht schön, wenn die Kinder und Jugendlichen Schritt für Schritt – ihrem Alter entsprechend – mehr Verantwortung übernehmen? Ältere können Jüngeren bei den Handarbeiten helfen, Jugendliche können den nicht mobilen Alten Essen nach Hause bringen, vielleicht kann eine Jugendgruppe sogar zu einem kleinen Arbeitseinsatz „ausrücken“ und einem alleinstehenden Alten beim Frühjahrsputz in Haus und Hof helfen…

    Sicher haben wir uns damit viel vorgenommen. Aber wir wollen eben nicht einfach „nur“ Wohltaten verteilen, sondern Eigeninitiative, Engagement und Verantwortungsgefühl stärken. Und damit kann man sicherlich am besten bei Kindern und Jugendlichen beginnen – schön, wenn dann sogar die Alten davon profitieren!

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    Die Alten sehen zu, wie die Jungen singen.

    Der Anfang ist auch hier gemacht: Ein kleines Kinderkonzert, ein mit Liebe einstudiertes Theaterstück – das ist für so manchen einsamen, mittellosen Dorfbewohner eine große Freude!

    Das Sozialzentrum hat auch einen eigenen Facebookauftritt und einen aktuellen Blog.