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    Evangelische Moldovahilfe Berlin e.V.
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  • Felix Wolf

    Arbeitsschwerpunkte: Informationen zu Politik und Gesellschaft in Rumänien und der Republik Moldau

    • geboren 1979
    • Diplom-Politologe
    • seit 1997 bei der Evangelischen Moldovahilfe Berlin
    • E-Mail: wolf@moldovahilfe.de

    wolfWie bist du zur Moldovahilfe gekommen?

    Ich bin das erste Mal im Frühjahr 1997 mit der Rumänienhilfe mit gefahren, damals mit einer größeren Gruppe aus der “Jungen Gemeinde” der evangelischen Sophien-Kirche. Osteuropa war mir damals noch komplett unbekannt, erste Eindrücke hatte ich bei Diaabenden von Andreas Bodemann bekommen, und daraufhin auch Lust, mal mitzufahren.

    Wie waren deine ersten Eindrücke in Rumänien und der Republik Moldau?

    Bei dieser ersten Fahrt hatten wir Zeit, einige Tage bei der Familie Luca in ihrem rumänischen Dorf zu wohnen. So erlebte ich das Leben der Menschen in den Dörfern gleich sehr intensiv. Wir fühlten uns bei diesen liebenswürdigen, lustigen und gastfreundlichen Menschen sehr wohl. Im Gegensatz dazu erlebten wir aber auch viel Armut in den Dörfern, für mich als Berliner Zwölftklässler damals eine andere Welt. Es war dies die zweite Fahrt der Rumänienhilfe, die auch in die Republik Moldau ging. Das war für mich, und ich glaube auch für die anderen, die damals fast alle das erste Mal dort waren, sehr schockierend. Wir fanden Kinder vor, die keine Betten und nur wenig Kleidung im Winter hatten, die unterernährt aussahen und zitterten. Wir haben Krankenhäuser besucht, und viel Leid dort gesehen. Dazu ringsherum ein Land, welches so abgewrackt aussah, dass man es erst im tiefsten Osten Russlands erwartet hätte.

    Wie hat diese Arbeit dein Leben in Deutschland verändert?

    Das Ankommen in Berlin nach solchen Fahrten fällt mir immer wieder schwer. Gerade in den ersten Jahren waren die Gegensätze zwischen den Menschen hier und dort sehr gravierend. Man lernt das im Vergleich wirklich sehr befreite, ungefährdete Leben in Deutschland sehr schätzen, wenn man gesehen hat, wie auch kleine unerwartete Missgeschicke einen Menschen oder eine Familie um die nötigsten Grundlagen für das Leben, um Essen, Kleidung oder Wohnraum bringen können. Die Sicherheit, die uns unsere Gesellschaft bietet, nimmt uns solche puren existenziellen Ängste.

    Warum machst du eigentlich mit?

    Seit meiner ersten Fahrt nach Rumänien ist mein Interesse an Osteuropa ungebrochen. Während meines Studiums der Politikwissenschaft in Berlin hatte ich mich intensiv mit der Region beschäftigt. Gerade diese Verbindung aus einer eher analytischen Sichtweise einerseits und der Vorbereitung und Entwicklung von unseren Projekten vor Ort macht diese Arbeit für mich sehr interessant. Und dass wir den Menschen dort mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln helfen, ist ja eigentlich selbstverständlich.

    Welche Wünsche und Hoffnungen hast du für Rumänien und die Republik Moldau?

    Ich wünsche, dass die Menschen lernen, miteinander zu leben, gemeinsam sich gegenseitig stärken und helfen, ihren Teil dieser Welt selbst zu gestalten. Auf dass sie kritisch mit den aus dem Westen eingebrachten Wertvorstellungen und mit denen ihrer eigenen Geschichte umgehen. Das ist vor allem eine Aufgabe für die jüngeren Generationen. Und deshalb ist auch das Sozialzentrum ein gutes Projekt um Engagement, Eigenverantwortung aber auch Solidarität – zum Beispiel zwischen den Generationen –  zu vermitteln.