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    Evangelische Moldovahilfe Berlin e.V.
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  • Astrid Naundorf

    Arbeitsschwerpunkt: Stipendien, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

    • geboren 1994
    • Studium: Politik und Recht
    • E-Mail: a.naundorf@moldovahilfe.de

    Wie bist du zur Moldovahilfe gekommen?

    Meine Eltern sind beide seit der Gründungsphase der Moldovahilfe dabei und so wurde sie auch ein prägender Teil meiner Kindheit. Mit sieben Jahren durfte ich das erste Mal auf eine Fahrt mit. Auch danach habe ich meine Eltern noch ein paar Mal begleitet. Rumänien und die Republik Moldau waren deshalb ein gemeinsames Interesse und ein fester Bestandteil unserer familiären Gespräche.
    Im Februar 2016 organisierten meine Cousine Agnes und ich zusammen mit weiteren jungen Menschen zum ersten Mal selbst eine Partnerschaftsfahrt. Es wurde eine gelungene und schöne Fahrt bei der wir in erster Linie laufende und kommende Stipendiaten und Stipendiatinnen besuchten.  Ich habe die Hoffnung, dass sich noch weitere junge Menschen für diese Arbeit begeistern lassen.

    Was waren deine prägendsten Erlebnisse

    Am intensivsten habe ich vermutlich meine erste Fahrt in die Republik Moldau wahrgenommen. Ich war damals sieben Jahre alt. Wir waren zu fünft und sind mit einem roten VW-Bus mehrere Tage nach Rumänien und dann in die Republik Moldau gefahren. Damals war Rumänien noch nicht in der EU und so gab es mehrere langwierige, aber auch spannende Grenzüberquerungen.
    Wir haben überwiegend bei Freunden und Bekannten gewohnt. Bei dieser Gelegenheit habe ich Kinder in meinem Alter kennengerlernt. Wir beherrschten keine gemeinsame Sprache, aber ich konnte trotzdem mehrere Tage mit ihnen spielen. Vor dem Haus stand ein Geländer mit im spätsommer reifem wilden Wein, auf dem wir mit großem Spaß herumkletterten. Außerdem fütterten wir die Hühner und schälten Maiskolben zum Abendessen.
    Prägend waren aber die Begegnung mit der Armut im Land. Meine Mutter besuchte mit einer Krankenschwester ein paar kranke Menschen auf dem Dorf, die durch den Staat nicht ausreichend versorgt wurden. Meistens blieb ich auf dem Hof und spielte mit den jungen Katzen die gerade überall geboren worden waren, aber manchmal konnte ich einen Blick ins Krankenzimmer erhaschen oder wurde doch mit hineingebeten. Die Stimmung empfand ich stets als sehr bedrückend.
    Ich habe auch Kinder kennengelernt, die ohne ihre Eltern aufwachsen, weil ihre Eltern im Ausland Geld verdienen. Das hat mich sehr traurig gemacht. Dennoch habe ich mehr positive als negative Erlebnisse von dieser Fahrt mitgenommen. Über viele Jahre pflegte ich eine Brieffreundschaft mit vier Kindern einer befreundeten Familie, die ungefähr in meinem Alter waren.

    Was ist deine Motivation bei der Moldovahilfe mitzuwirken?

    Die Moldovahilfe hat sich aus einer Gruppe junger christlicher Menschen entwickelt, die eine Vision hatten und die Motivation sich für diese Einzusetzen. Es nicht nur erstaunlich, dass aus dieser Vision tatsächlich die Ev. Moldovahilfe e.V. gewachsen ist sondern vor allem, dass alle Beteiligten bis heute mit so viel Ausdauer, Motivation und persönlichen Kosten das Projekt weitertragen. Inzwischen sind aus diesen jungen Menschen Erwachsene mit Berufen und Familien geworden.
    Ich habe die Hoffnung, dass sich noch weitere junge Menschen finden, die bereit sind, dieses großartige Projekt weiterzutragen.

    Wie hat dich die Mitarbeit bei der Moldovahilfe beeinflusst

    Durch die Moldovahilfe habe ich relativ früh lernen dürfen, mein Leben in Deutschland zu hinterfragen. Ich konnte erleben, wie viele Privilegien ich durch meine tolle Familie, meinem Land und seinem Sozialsystem, der Europäischen Union und der Stellung Deutschlands in der Welt habe. Ich sehe in der Moldovahilfe ein Vorbild in partnerschaftlicher Zusammenarbeit.

    Was sind deine Wünsche und Hoffnungen für die Republik Moldau

    Ich wünsche dem Land, dass es sich selbst eine klare Identität bildet, weil ich glaube, dass dieses Hin- und Hergerissen sein zwischen Russland und der EU den Menschen schadet. Ich wünsche ihm außerdem, dass eine junge Generation heranwächst, die an ihr eigenes Land glaubt und deshalb nicht ins Ausland auswandert sondern ihre Zukunft in der Republik Moldau sieht.