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    Evangelische Moldovahilfe Berlin e.V.
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  • Dr. Arndt Bigl

    Arbeitsschwerpunkte: Medizinische Hilfe

    • geboren 1976
    • Arzt
    • 1995 das erste mal in Rumänien
    • seit 2001 bei der Evangelischen Moldovahilfe Berlin
    • weitere Interessen: Trekking & Radtouren, Chorsingen, Musik machen
    • E-Mail: bigl@moldovahilfe.de

    biglWie bist du zur Moldovahilfe gekommen?

    Über die Generation (Wh)Y, einen Kreis an der Auenkirche in Berlin-Wilmersdorf, kannte ich Sascha Goretzko, und der fragte mich irgendwann, ob ich nicht Lust hätte mitzufahren. Da ich vorher schon einmal in Rumänien war und sehr positive Erinnerungen an Land und Leute hatte, musste ich nicht lange überlegen.

    Wie waren deine ersten Eindrücke in Rumänien?

    Immer war da dieses Gefühl von Urlaub. Auf den Ersten Blick fremd, aber doch irgendwie vertraut. Weite Landschaften, alte Dörfer, qualmende Kartoffelfeuer, abenteuerliche Straßen, altertümliche Pferdewagen, marode Dacias… und natürlich die stets gastfreundlichen Bewohner. Kein Besuch, ohne dass man etwas zu Essen oder ein Glas Tuica angeboten bekommt. Einfach ein schönes, wildes Land mit beeindruckenden Menschen und einer engen geschichtlichen Verbindung zu Deutschland.

    Wie hat diese Arbeit dein Leben in Deutschland verändert?

    Jede Fahrt bringt mich wieder ein Stück zurück auf den Boden der Tatsachen und erfüllt mich mit Dankbarkeit, das ich das Privileg habe, im reichen, abgesicherten Deutschland zu leben. Nach jedem Besuch bei unseren Freunden und Partnern in Rumänien oder Moldawien wird mir das neu klar, und man sieht seine eigenen Ansprüchen und vermeintlichen Probleme in einem ganz anderen Licht. Daraus resultiert eine ganz neue Gelassenheit gegenüber den alltäglichen Problemen und ärgerlichen Kleinigkeiten des Alltags. Wir reden in Deutschland gern darüber, wie schlecht es uns gerade geht und wie furchtbar die Zustände überall sind und dass alles immer schlimmer wird. Ich habe oft den Eindruck, dass ein großer Teil der Bevölkerung keine Vorstellung davon hat, wie gut es uns in Deutschland wirklich geht. Der Maßstab für „schlecht“ scheint völlig verloren gegangen zu sein. Einige Fernsehdiskussionen von Politikern nerven mich deshalb manchmal nach meiner Rückkehr noch mehr als vorher.

    Warum machst du eigentlich mit?

    Schwierige Frage. Ich bin in dem Selbstverständnis aufgewachsen, dass man anderen Menschen nach seinen persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten so gut es geht weiterhelfen sollte. Egal wo. Teilen, Abgeben und Verschenken gehören zu den schönsten und wichtigsten Erfahrungen im Leben und machen eben nicht ärmer, sondern reich. Das durfte ich in meinem Leben oft erfahren, und vielleicht ist meine Mitarbeit ein bescheidener Versuch, von den vielen Geschenken, die ich bekommen habe, einen Teil weiterzugeben.

    Glaubst du, dass eure Hilfe etwas bringt?

    Natürlich bringt sie was. Da bin ich mir sicher. Die Erfolge habe ich mit eigenen Augen gesehen. Wir sind natürlich nicht in der Lage, die Welt zu retten, aber einzelne Bevölkerungsgruppen können wir unterstützen und damit ein Gefühl erzeugen, was sich vielleicht mit „die, also die restlichen Europäer, haben uns doch nicht ganz vergessen“ beschreiben könnte. Dieses „Hoffung generieren“ und zu sehen, wie junge Menschen, und nicht nur die, wieder eine Perspektive für ihr Leben sehen und versuchen, selbst in ihrem Land etwas zu gestalten und zu schaffen, ist sowohl ganz praktisch, als auch vom Blickwinkel des christlichen Glaubens einfach toll. Wenn man sieht, dass da wieder ein Lächeln auf einem Gesicht auftaucht und neues Vertrauen in das Leben wächst, ist das einfach schön. Natürlich sollte man unsere Arbeit immer vor unserem christlichen Hintergrund sehen. Wir führen das Evangelisch nicht umsonst im Namen. Wir sind zwar die Akteure und versuchen zu planen, zu organisieren und zu helfen, aber das Gelingen jeder einzelnen Aktion liegt nur zu einem kleinen Teil in unseren Händen. Ohne Gottes Segen wären wir nie so weit gekommen und der Erfolg der ganzen Sache fraglich.

    Welche Wünsche und Hoffnungen hast du für Rumänien und die Republik Moldau?

    Für Rumänien, dass der EU Beitritt das Land wirklich vorwärts bringt und die Aufbruchsstimmung lange erhalten bleibt. Dass alle damit einhergehenden Einschnitte und Enttäuschungen die Menschen nicht mutlos machen und sie ihre Zukunft trotzdem optimistisch sehen. Für die Republik Moldau, dass sie es endlich schafft, den Konflikt in Transnistrien zu lösen und langfristige Perspektiven für ihr Land zu entwickeln, besonders für die junge Bevölkerung. Für beide Länder würde ich mir ein größeres Engagement und ein ehrlicheres Interesse an einer positiven Entwicklung von Rumänien und der Republik Moldau wünschen, insbesondere von den EU-Staaten und von Russland. Leider verfolgen diese Staaten zur Zeit oft nur ihre eigenen politischen und wirtschaftlichen Interessen.